15.03.2021

Cornelia Kilchherr im Gespräch mit unserem Vorstandsmitglied Frank Linhart

Cornelia Kilchherr
Cornelia Kilchherr 

Der NPRG Vorstand stellt ein neues, potenzielles Vorstandsmitglied vor.

Aufgrund der Rücktritte der langjährigen Mitglieder Martina Hilker und Melchior Buchs schlägt die NPRG an ihrer kommenden Jahresversammlung zwei neue Gesichter zur Wahl in den Vorstand vor. Eines davon gehört Cornelia Kilchherr. Sie ist seit 2012 Leiterin Projekte & Kommunikation im Stab der Geschäftsleitung des Basler Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA). Unser Vorstandsmitglied Frank Linhart hat seine zukünftige Kollegin in spe zu ihrer Motivation und ihrer Begeisterung an der PR-Arbeit befragt.

Warum möchtest Du in den Vorstand der NPRG?

Die NPRG ist eine wertvolle Netzwerkplattform mit hochwertigen Mitgliedern und Referenten/-innen. Es würde mich freuen, mich für die Aufrechterhaltung der Qualität dieser Plattform und des Netzwerks aktiv einzubringen, respektive diese zusammen mit den bestehenden Vorstandsmitgliedern weiterzuentwickeln. 

Für diejenigen, die Dich noch nicht kennen: Wer bist Du? Stelle Dich doch kurz vor!

Nach dem Gymnasium Münchenstein habe ich ein Studium der Geisteswissenschaften (Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik) abgeschlossen. Während des Studiums durfte ich bei Novartis als eidgenössisch diplomierte Strahlenschutzsachverständige erste Berufserfahrungen in einem börsenkodierten Konzern sammeln.
Nach Abschluss des Studiums folgte ein Praktikum in einer Basler Kommunikationsagentur, woraufhin ich eine Stelle als Project Support und später als Communication Manager bei Novartis Pharma AG im Project Management Real Estate und Campus Projekt antrat. Noch während meiner Tätigkeit bei Novartis begann ich meinen Master in Business Communications an der HWZ und schloss diesen während meiner darauffolgenden Tätigkeit bei der Credit Suisse im Real Estate Asset Management als Marketing Communication Manager und Mediensprecherin für schweizweite Immobilienprojekte und Immobilienprodukte ab.
Aufgrund der sich damals veränderten privaten Situation – der Sohn meines Mannes wurde in Baselland eingeschult und wir wollten deshalb beide unseren beruflichen Standort zurück in die Region verlegen – wechselte ich von Zürich zurück nach Basel ins Amt für Wirtschaft und Arbeit, wo ich seitdem mit viel Freude und Engagement die interne und externe Kommunikation im Amt aufgebaut habe und auch heute als Leiterin Projekte und Kommunikation betreue.
In meiner Freizeit beschäftige ich mich leidenschaftlich gerne mit Kunst und Kunstprojekten und bin ehrenamtlich im Lions Club tätig. Die Bewegung in der Natur, insbesondere Wandern und Skifahren, sind für mich weitere wertvolle Hobbys.

Was fasziniert Dich an der PR-Arbeit? Wieso hat es Dich in die PR-Arbeit gezogen?

Ganz klar: Die Vielseitigkeit. Es wird einem nie langweilig. In jeder Organisation, in jedem Projekt oder jeder Kampagne gilt es immer wieder aufs Neue, gezielt und aufeinander abgestimmt die internen und externen Anspruchsgruppen mit den zur Verfügung stehenden Mitteln so gut und gezielt wie möglich mit den entsprechenden Informationen zu erreichen. Kein Konzept gleicht dem anderen. Aktuelles Beispiel:
Während der Krise im Frühling 2020 sowie in der aktuellen Pandemie-Zeit ist das AWA im Brennpunkt der Entwicklungen, dies immer mit dem Kommunikationsziel, die sich aufgrund der Pandemie-Entwicklung fortlaufend veränderten Informationen von Bund und Kanton so schnell wie möglich den betroffenen Anspruchsgruppen der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, seien dies die Informationen rund um Kurzarbeitsentschädigungs-Anträge vom SECO oder die vom Kanton zur Verfügung gestellten finanziellen Unterstützungsprogramme.
Dies selbstverständlich jeweils in Abstimmung mit den involvierten Instanzen. Sehr wertvoll dabei ist immer auch die Zusammenarbeit mit Partnern und Partnerinnen, um Synergien zu nutzen und gemeinsam die wichtigsten Kernbotschaften zu kommunizieren, um so gut wie möglich diese in einer Welt der Reizüberflutung an die Betroffenen zu bringen.
Parallel dazu laufen im AWA die interne und externe Kommunikationsplanung für den bevorstehenden Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes Utengasse 36 an.
Ein besonders schönes Projekt, da das Amt in einigen Jahren seine Kundinnen und Kunden in einem modernen und zeitgemässen Umfeld empfangen und seine Dienstleistungen erbringen kann. Die so wichtige und für mich faszinierende Vielseitigkeit der PR-Arbeit (hoffentlich) wird mir also auch in Zukunft erhalten bleiben. :)

Du warst zuvor in der Privatwirtschaft in zwei Grossunternehmen und nun arbeitest Du für den Staat, respektive die Verwaltung – was ist der Hauptunterschied für Dich?

Von börsenkotierten Unternehmen hin zu Verwaltung inklusive KMU-Know-How im Rucksack – bis heute für mich wertvolle Erfahrungswerte und Perspektiven, die ich in meinem Tagesgeschäft so gut wie möglich versuche einzubringen.
Für mich war es bereits sehr spannend, zu erleben, wie unterschiedlich schon die beiden Grosskonzerne funktionieren. Sprich, als ich aus der Pharma- in die Finanzbranche wechselte, dachte ich zu Beginn, dass es sehr ähnlich sei und war dann – im positiven Sinn – umso überraschter, als ich die grossen Unterschiede erlebte.
Diese Erfahrung war für mich sehr eindrücklich und wertvoll. Somit war der Wechsel von zwei Grosskonzernen zur Verwaltung für mich mit einer entsprechenden Veränderungserwartung verknüpft, und genau das finde ich auch das Spannende.
Aber ich möchte die Frage nicht unbeantwortet lassen: Einer der Hauptunterschiede von börsenkotierten Grosskonzernen zur Verwaltung ist sicherlich die übergeordnete Umsetzungsgeschwindigkeit von Projekten das weitgehend von Aktionären definiert wird – im Gegensatz zu einer föderalistisch funktionierenden Verwaltung mit Legislaturplan und 4-Jahres-Zielsetzungen, die der Öffentlichkeit dienen.
Aber ich möchte es keinesfalls nur auf diesen einen Aspekt «reduzieren», denn es gehen auch viele andere Unterschiede mit einher, z.B. die Organisationskultur, die Rahmenbedingungen, die Verhaltensweisen der Medien, etc. – und dies gilt wiederum auch für einen Wechsel zwischen zwei Grosskonzernen mit Fokus auf unterschiedliche Branchen.  

Was macht für Dich gute PR-Arbeit aus?

Authentisch kommunizieren und eine klare Linie fahren. Damit meine ich auch Authentizität im Zusammenhang mit der Organisation und deren Kultur, nicht nur in Bezug auf meine Person. Meine Person darf sehr gerne im Hintergrund stehen.

Wo soll die NPRG in 5 Jahren sein? Was willst Du im NPRG-Vorstand bewegen?

Wir haben bereits im letzten Jahr aufgrund der Pandemie eine enorme Entwicklung in der Anwendung von neuen Technologien durchlaufen. Und genau diese zeigen uns tagtäglich auf, wie wichtig gut und wertvolle Netzwerke und Netzwerktreffen in der realen Welt sind. Insbesondere in Krisenzeiten ist es äusserst wertvoll, die «Köpfe zu kennen», was ich in einigen Beziehungen meiner NPRG-Mitgliedschaft zu verdanken habe.
Deshalb steht das persönliche Netzwerken in der realen Welt sowie ein gesundes und zielgerichtetes Ausweiten des NPRG-Netzwerks für mich an vorderster Stelle.
Für die NPRG wünsche ich mir, dass wir diese Werte bis in fünf Jahren beibehalten und unser Netzwerk gezielt ausbauen können sowie auch verstärktes Mitspracherecht im schweizweiten Verband haben werden.

Weitere Infos zu Cornelia Kilchherrs Arbeit:

www.awa.bs.ch

https://www.awa.bs.ch/ueber-uns/geschaeftsleitung.html